Zusammenfassung
Das akute Nierenversagen zeigt uns ein komplexes Krankheitsbild mit unterschiedlichen
Verlaufsformen und verschiedenen pathophysiologischen Mechanismen. Zur Beurteilung
der Nierenfunktion sind laborchemische Untersuchungen wie das Verhältnis von Serum-
und Urinosmolarität, Natriumausscheidung und die Berechnung der Kreatinin-Clearance
von entscheidender Bedeutung. Eine konservativ-medikamentöse Behandlung hat bis heute
noch keine evidenzbasierten Therapieerfolge gebracht. Die maschinelle Nierenersatztherapie
hat mit den Jahren einen hohen technischen Standard erreicht. Eine venovenöse Filtrationsbehandlung
ist für einen Intensivpatienten heute das Mittel der Wahl. Die Antikoagulation ist
individuell von Fall zu Fall zu entscheiden, da viele Komplikationen durch diese Medikamente
auftreten können. Die Patienten haben während des Krankenhausaufenthalts mit diffusen
physischen sowie psychischen Problemen zu kämpfen. Das Gefühl der Hilflosigkeit und
Auslieferung an apparative Überwachungsmaßnahmen birgt große Probleme. Dies ist für
jede pflegende Person eine große Herausforderung, welche aber mit Offenheit, Motivation,
Engangement und einem offenen Ohr für Patienten und Angehörige bestanden werden kann.
Dieser Artikel soll einen Einblick in die Physiologie und Pathophysiologie geben,
in diagnostisch-therapeutische Möglichkeiten sowie pflegerische Schwerpunkte, die
für Pflegepersonal auf Intensivstationen hilfreich sein können.
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Thomas Schildwächter
Nephrologische Intensivstation Klinikum Giessen und Marburg, Standort Marburg
Auf dem Halmburger 7c
35043 Marburg
eMail: schildwa@med.uni-marburg.de